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Ansicht: Abbildung, Bild; Meinung, Anschauung, Überzeugung, Standpunkt; zum Ansehen, zur Prüfung
 

Dänemark: Erster Radschnellweg für Pendler in Kopenhagen eröffnet

Der landesweit erste Radschnellweg, der es Pendlern ermöglicht, sicher und bequem - ohne viele Fahrtunterbrechungen - zu reisen, wurde Mitte April 2012 zwischen der Innenstadt und dem 22 Kilometer entfernten Vorort Albertslund in Betrieb genommen. Geplant ist der Aufbau eines 'Cykelsuperstier'-Netzes.


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Aktionsplan der Landesregierung NRW zur Förderung der Nahmobilität

Der neue „Aktionsplan der Landesregierung zur Förderung der Nahmobilität“ steht für die Gleichwertigkeit und damit auch die Gleichbehandlung aller zur Mobilität zählenden Verkehrsarten zu Lande: Nahmobilität ? öffentlicher Personenverkehr ? motorisierter Individualverkehr. Die Landesregierung sieht in der Nahmobilität den Grundbaustein für eine effiziente, gesunde, klima- und ressourcenschonende und nicht zuletzt bezahlbare Mobilität aller Altersgruppen. Sie ist als „Basismobilität“ Grundlage jeglicher Mobilität und unabdingbare Voraussetzung für ein gesundes und urbanes Leben in der Zukunftsgesellschaft. Nahmobilität unterstützt das von der AGFS und der Landesregierung avisierte Leitbild der „Stadt als Lebens- und Bewegungsraum“. Im vorliegenden Aktionsplan werden die Potenziale der Nahmobilität, die zukünftige Konzeptidee „Nahmobilität 2.0“, die Ziele und Maßnahmen der einzelnen Ressorts sowie die Förderbausteine ausführlich vorgestellt.

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Verbrauchte Zukunft

Mentale und soziale Voraussetzungen verantwortungsvollen Konsums

„Der Wohlstand der Nationen, wie er bislang von einigen erreicht wurde, beruht auf einem Wachstumsmodell, das sich so für andere nicht wiederholen lässt. Analysiert man diesen Wohlstand heute bis auf die Ebene des alltäglichen materiellen Lebens, so stößt man auf die unzähligen, tagtäglich neu getroffenen Entscheidungen von Milliarden Individuen, wofür sie die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel verwenden wollen. In Marktgesellschaften sind dies heute in aller Regel Kaufentscheidungen, und die, die diese Entscheidungen treffen, sind Konsumentinnen und Konsumenten. Welche Verantwortung tragen Konsumenten also für eine Form des Zusammenlebens und Wirtschaftens, die allen wissenschaftlichen Befunden zufolge nicht „nachhaltig“ ist, sondern die – wenn wir sie so wie bisher fortsetzen – die Lebensgrundlagen künftiger Menschengenerationen und anderer Lebewesen gefährdet? Und was sind die Voraussetzungen dafür, eine solche Verantwortung überhaupt übernehmen und ihr gerecht werden zu können?

Diesen Fragen stellt sich die vorliegende Untersuchung.“

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Neue Veröffentlichungen der Friedrich-Ebert-Stiftung


 

3. März - Tag des Artenschutzes

NABU-Atlas zeigt beschämendes Bild des Arten- und Naturschutzes in Deutschland

"Zum Internationalen Tag des Artenschutzes hat der NABU eine aktuelle Analyse des Zustandes des Natur- und Artenschutzes in Deutschland veröffentlicht. Erstmals zeigt ein Atlas das bundesweite Bild des Artenschutzes und macht besonders schützenswerte Vogelarten und seltene Lebensräume sichtbar. „Das Ergebnis ist beschämend. Die Untersuchung zeigt, dass das Vorzeigeland Deutschland in Sachen Artenschutz den eigenen vollmundigen Bekundungen oft hinterher hinkt. Tatsache ist: Allein durch Gesetze und die Ausweisung von Schutzgebieten werden keine Arten und Lebensräume gerettet. Es braucht vor allem die Finanzierung der Arbeit für den Erhalt der biologischen Vielfalt, sonst ist das akute Artensterben nicht zu stoppen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Bereits 2007 hatte die Bundesregierung mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein Paket mit 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen verabschiedet. Doch immer noch gibt es in den meisten Bundesländern keine konkreten Handlungsanleitungen zum Schutz der Vielfalt an Arten, Lebensräumen und genetischem Erbe der Natur. Lediglich in Berlin und Thüringen wurden Strategien verabschiedet und sind für 2012 in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen geplant."

Zur Meldung mit Link zum Nabu-Atlas

Siehe auch Arten-Apokalypse geht weiter

Wikipedia-Beitrag zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen


 

Open Data

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat auf ihrer Website ein Dossier zum Thema Open Data bereitgestellt. In der Einleitung heißt es:

"Open Data steht für die Idee, Daten öffentlich frei verfügbar und nutzbar zu machen. Welches Potential verbirgt sich hinter den Daten, die Behörden und Ministerien, Parlamente, Gerichte und andere Teile der öffentlichen Verwaltung produzieren? Was kann man mit den Umwelt- und Wetterdaten, Geodaten, Verkehrsdaten, Haushaltsdaten, den Statistiken, Publikationen, Protokollen, Gesetzen, Urteilen und Verordnungen machen? Das Dossier stellt Fallbeispiele vor, von der Kontrolle der Arbeit amerikanischer Kongreßabgeordneter bis zu Baustellenmeldungen in deutschen Kommunen. Es klärt über das Potential offener Daten für eine nachhaltige demokratische Entwicklung auf und zeigt, wie Datenjournalisten mit diesen Datensätzen umgehen."

Zum Dossier Open Data


 

Sozialdemokratische Industriepolitik - Impulse für den Standort Deutschland

Deutschland ist ein Industrieland und braucht auch in Zukunft eine starke Industrie als Basis einer wissensintensiven und wettbewerbsfähigen Volkswirtschaft. Die deutsche Industrie steht vor grundlegenden Herausforderungen: Globalisierung, Umwelt- und Klimaschutz mit dem langfristigen Ziel, die ambitionierten, nationalen Klimaziele zu erreichen, Rohstoff- und Flächenverknappung, technologische Innovationen und demografische Entwicklung sind Treiber eines Strukturwandels, der auch die Industrie weiter verändern wird.

Durch die Finanzkrise wurde ein Wachstum infrage gestellt, das durch den Raubbau an Ressourcen dem Wohlstand von Morgen die Grundlage entzieht, das wenige bereichert und immer mehr Menschen abhängt. Wir müssen die Ziele und Maßstäbe unseres Wirtschaftens neu definieren. Es gilt, nachhaltige Lebensqualität und gesellschaftlichen Fortschritt in den Mittelpunkt zu rücken.

Die SPD-Bundestagsfraktion will mit diesem Papier dazu beitragen, den Diskurs über die notwendige Modernisierung der Industrie voranzubringen, damit Deutschland seine internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen kann und auch im Jahr 2020 ein wirtschaftlich erfolgreicher Industriestandort ist.

Die Zukunft des Industriestandorts Deutschland mit Blick auf das Jahr 2020 sichern - Sozialdemokratische Forderungen:

  • 1. Standortbedingungen für die Industrie durch ein Impulsprogramm für Inves-titionen verbessern - Gesellschaftliche Akzeptanz von Infrastrukturprojekten voranbringen
  • 2. Sicherung des Fachkräftebedarfs
  • 3. Gute Arbeit, starke Sozialpartnerschaft und kooperative Unternehmensfüh-rung - Eckpfeiler moderner Industriepolitik
  • 4. Ökonomischen und Ökologischen Wandel gestalten – Für eine sichere Energie- und Rohstoffversorgung der Industrie
  • 5. Technologische Leistungsfähigkeit der Industrie sichern – Innovation för-dern und den industriellen Mittelstand stärken
  • 6. Industriepolitik ist Mehr-Ebenen-Politik – Den Industriestandort zielgerichtet national koordinieren, stärker europäisch ausrichten und mit einer schlüssigen Handelspolitik flankieren

Aus dem Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion vom 24.01.2012


 

Kulturlandschaften gestalten

Landschaftswandel eröffnet neue Chancen im Umgang mit Kulturlandschaften

"Landschaften verändern sich derzeit gravierend. Die Energiewende, der Klimawandel und die demografische Entwicklung sind wesentliche Triebkräfte des landschaftlichen Wandels, wobei sie sich in ihren Auswirkungen im Raum vielfältig überlagern. Eine vorausschauende räumliche Steuerung hilft, diese Entwicklung naturverträglich zu gestalten. Dabei können neue Entwicklungspotenziale erschlossen und Kulturlandschaften zu neuer räumlicher Identität weiter entwickelt werden. Welche Möglichkeiten hierfür gerade auch die Landschafts- und Raumplanung bieten, zeigt eine neue, vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gemeinsam verfasste Broschüre.

Die Broschüre „Kulturlandschaften gestalten!“ zeigt Anregungen und Ansätze, wie die Raum- und Landschaftsplanung den Gestaltungsauftrag annehmen kann."

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Fortschritt und Soziale Demokratie

"Unter dem Motto „Fortschritt und Soziale Demokratie“ bot sich in diesem Jahr die Gelegenheit Ideen zu präsentieren und zu diskutieren, die für die Entwicklung der Gesellschaft von hoher Relevanz sind. Innovative Konzepte waren gefragt, um den Begriff des Fortschritts und die Grundwerte der Sozialen Demokratie mit neuem Leben zu füllen. Bei der Sommeruniversität sollte es nicht vorrangig um das „Tagesgeschäft“ der aktuellen Politik gehen.

Mit den Themenfeldern Wohlstand, Wachstum, Beschäftigung; Arbeiten und Leben; Nachhaltigkeit; Zukunft demokratischer Beteiligungsprozesse; sowie Neuer Formen der Arbeit in Parteien konnten die zentralen Bereiche bearbeitet werden, deren Ausgestaltung zeigen wird, ob sich unsere Gesellschaft zu einer freiheitlichen, gerechten und solidarischen Gesellschaft entwickeln wird oder ob sich die erkennbaren Tendenzen der gesellschaftlichen Spaltung fortsetzen werden."

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Neue Veröffentlichungen der Friedrich-Ebert-Stiftung


 

Sieben Milliarden Menschen und Möglichkeiten

UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2011

"Wie kam es, dass wir so viele geworden sind? Wie viele Menschen kann unsere Erde tragen? Das sind wichtige Fragen, aber vielleicht nicht die richtigen, um sie gerade jetzt zu stellen. Wenn wir nur auf die großen Zahlen schauen, laufen wir Gefahr, uns davon überwältigen zu lassen und die Chancen zu übersehen, die allen Menschen eine Perspektive auf ein besseres Leben bieten.

Statt uns Fragen wie »Sind wir zu viele?« zu stellen, sollten wir lieber fragen: »Was kann ich tun, um unsere Welt besser zu machen?« oder »Wie können wir unsere wachsenden Städte in Quellen der Nachhaltigkeit verwandeln? «. Wir sollten uns fragen, wie jeder von uns den Älteren helfen kann, eine aktivere Rolle in der Gemeinschaft zu spielen. Wie wir dazu beitragen können, die Kreativität und das Potenzial der größten Jugendgeneration in der Geschichte der Menschheit zu mobilisieren. Und wie wir mithelfen können, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die der Gleichberechtigung von Frauen und Männern entgegenstehen, damit alle Menschen eigene Entscheidungen fällen und ihr volles Potenzial verwirklichen können.

Der Weltbevölkerungsbericht 2011 wirft einen Blick auf die Trends, die unsere Welt der sieben Milliarden Menschen definieren. Er zeigt, wie sich Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen und unter unterschiedlichsten Bedingungen in ihrer jeweiligen Gemeinschaft dafür einsetzen, das Beste aus unserer Welt der sieben Milliarden zu machen." (aus dem Vorwort)

Den UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2011 finden Sie hier.

Link: Stiftung Weltbevölkerung


 

„Gold-Standard Ökolandbau“: Für eine nachhaltige Gestaltung der Agrarwende

Empfehlungen des Rates für Nachhaltige Entwicklung vom 11. Juli 2011

"Der ökologische Landbau muss sich neu orientieren, um den wachsenden Anforderungen sowohl ökonomisch als auch ökologisch gerecht zu werden. Der Markt für Ökoprodukte wächst schneller als die Umstellung von Agrarbetrieben auf Ökoanbau. Der ansteigende Konsum von Ökoprodukten geht mit Importen ökologischer Erzeugnisse aus dem europäischen Ausland und den damit verbundenen negativen Umwelteffekten einher. Die Produktivität des Ökolandbaus zu steigern, ist notwendig, muss aber mit einer Ausweitung des Flächenanteils einhergehen. Auch im letzten Jahr sind in Deutschland der Flächenanteil des Ökolandbaus und die Zahl der Umstellungsbetriebe gestiegen. Die Wachstumsrate reicht allerdings nicht aus, um das Ziel eines 20-Prozent-Anteils des Ökolandbaus an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche zu erreichen (dieses Ziel strebt die Bundesregierung an) und darüber hinausgehend die Perspektive auf eine flächendeckende, nachhaltige Produktion von Lebensmitteln und einen nachhaltig verantwortlichen Konsum zu richten (dieses Ziel ergibt sich aus der konsequenten Verfolgung des Nachhaltigkeitsgedankens)."

  • Der Lebensmittelproduktion Vorrang einräumen
  • Neue Wege in der EU-Agrarpolitik gehen
  • „Greening“ der konventionellen Landwirtschaft nicht gegen Ökolandbau ausspielen; erst beide Elemente ergeben ein Ganzes
  • Bio-Standard als „Gold-Standard“ im Sinne eines Leitbildes weiterentwickeln und kommunizieren
  • Neue Marktzugänge des Ökolandbaus schaffen
  • Kompetenzen verlässlich ausbauen
  • Landwirtschaft als Teil der Energiewende
  • „Aktionsplan ökologischer Landbau“ auf- und umsetzen
  • Roadmap 2050 entwickeln

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Dialoge Zukunft: Vision 2050

"Wir wissen, dass ein einfaches „Weiterso“ existenzgefährdend für das Leben auf unserer Erde ist. Wir ahnen die Größe der vor uns liegenden Aufgabe – heute wie in Zukunft. Aber: Die unter den von Menschen verursachten Belastungen ächzenden Ökosysteme nachhaltig zu bewirtschaften, ist auch eine reizvolle Aufgabe. Die Rettung der Welt lohnt unseren Einsatz und es gilt den Weg dorthin zu finden.

Doch wie könnte diese „neue“ Zukunft aussehen?

In den in diesem Band zusammengestellten Visionen 82 junger Menschen finden sich Bilder einer gelungenen Zukunft. Einer Zukunft, in der die großen Hürden auf dem Weg zum Jahr 2050 genommen werden: Erneuerbare Energien, geschlossene Rohstoffkreise, innovative Schulkonzepte, erfolgreiche Demokratiebewegungen, aktive Teilhabe aller an politischen Prozessen - unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht oder Status. Schließlich ein Selbstverständnis als Weltbürgerin und -bürger, nach dem globale Ungerechtigkeiten nicht länger gleichgültig zur Kenntnis genommen werden. Und das ist nur ein Ausschnitt."

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Dienstleistungen in der Zukunftsverantwortung

Ein Plädoyer für eine (neue) Dienstleistungspolitik

"Die Entwicklung moderner Industriegesellschaften steht am Scheideweg. Denn die ökonomischen, demografischen und ökologischen Herausforderungen werden mit den bislang dominierenden Strukturen, Prozessen und Verhaltensweisen nicht zu bewältigen sein. Es wird schon bald nicht mehr genügen, das, was man bislang erfolgreich gemacht hat, ein wenig besser, ein wenig effizienter und ein wenig umweltfreundlicher zu machen. Wir stehen vor Transformationsprozessen, die es erfordern, die Dinge anders zu machen. Dazu müssen die vielfältigen und komplexen Wechselwirkungen von Technologie, Gesellschaft, Wirtschaft und Ökologie verstanden und die Lösung konkreter Probleme in das Zentrum wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aktivitäten gerückt werden. Die Europäische Union hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. So wird die neue Europa-Strategie stärker auf den ökologischen Umbau und nachhaltiges Wachstum abstellen als noch die Lissabon-Strategie, bei der die Errichtung der weltweit wettbewerbsfähigsten Wirtschaftszone im Fokus stand.

Ergänzen ließe sich der Diskurs über die Zukunftsverantwortung von Dienstleistungen um die Dimension einer bedrohten Legitimität öffentlicher Dienstleistungen durch eine sich vertiefende Kluft zwischen öffentlicher Armut und privatem Reichtum bei gleichzeitigem Zurückschrauben des Angebots an öffentlichen Gütern in Menge und Qualität. Nach Jahren der Privatisierung ist es an der Zeit, öffentliche Dienstleistungen bzw. die öffentliche Daseinsvorsorge auszubauen und an gesellschaftlichen Bedarfen auszurichten."

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Neue Veröffentlichungen der Friedrich-Ebert-Stiftung


 

„Wir müssen aus dem Turm heraus!”

Der Weg der SPD zur Volkspartei 1907–1959

"Derzeit wird über die „Krise der Volksparteien“ viel geredet und geschrieben. In Bezug auf die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wird dabei vor allem auf den als „legendär und historisch“ geltenden Parteitag von Bad Godesberg des Jahres 1959 verwiesen. Hier hätten die Sozialdemokraten erstmals Konsequenzen aus den Veränderungen in der Gesellschaft gezogen und mit dem Wandel von der „Arbeiter-“ bzw. „Klassenpartei“ zur „Volkspartei“ den Grundstein für die spätere Regierungsfähigkeit gelegt. Aber genau diese sei heute wieder stark gefährdet.

Aus historischer Sicht stehen solche stark gegenwartsbezogenen Schlussfolgerungen jedoch auf tönernen Füssen, klammern sie doch wichtige Phasen sozialdemokratischer Ideen-, Programm- und Parteiengeschichte aus. So begann die SPD bereits im Kaiserreich und in der jungen Weimarer Republik, sich nicht nur volksparteiliche Konzepte anzueignen, sondern auch umzusetzen.

Der Vortrag des Historikers Max Bloch im Rahmen des Gesprächskreises Geschichte verortet die Öffnung der SPD zur Volkspartei und damit auch immer wiederkehrende innerparteiliche Reformprozesse innerhalb der über hundertjährigen Parteiengeschichte. Damit verleiht er den De batten um die Zukunft der SPD als Volkspartei eine nötige historische Tiefenschärfe und belegt die Aktualität der skizzierten Diskussionen."

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Neue Veröffentlichungen der Friedrich-Ebert-Stiftung


 

Wohlfahrtsmessung in Deutschland

Ein Vorschlag für einen nationalen Wohlfahrtsindex

"Die Diskussion um gesellschaftliche Wohlfahrt hat sich international und national neu intensiviert. Es gibt Indizien, dass die Kosten von Umweltveränderungen und zur Aufrechterhaltung des sozialen Zusammenhaltes letztlich nicht angemessen über ökonomische Kenngrößen wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erkennbar werden.

Die Übernahme dieses traditionsreichen und zentralen Indikators zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes auch in die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland lässt die Schwächen des Sozialproduktkonzeptes in einem normativen und inhaltlich übergreifenderen Rahmen deutlicher werden. Die erkennbaren Defizite sind in dem vorliegenden Projekt rekapituliert und bilanziert."

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Welt im Wandel - Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation

Klimaverträgliches Wirtschaften und nachhaltige Entwicklung

"Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) übergibt heute (7.4.11) sein neues Hauptgutachten „Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“, an Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Der WBGU begründet in diesem Bericht die dringende Notwendigkeit einer post-fossilnuklearen Wirtschaftsweise, zeigt zugleich die Machbarkeit der Wende zur Nachhaltigkeit auf und präsentiert zehn konkrete Maßnahmenbündel zur Beschleunigung des erforderlichen Umbaus. Damit die Transformation tatsächlich gelingen kann, muss ein Gesellschaftsvertrag zur Innovation durch einen neuartigen Diskurs zwischen Regierungen und Bürgern innerhalb und außerhalb der Grenzen des Nationalstaats geschlossen werden. Nur mit einem tiefen gemeinsamen Verständnis von klimaverträglicher Wertschöpfung und nachhaltiger Entwicklung lässt sich die globale Krise der Moderne überwinden. Mit dem Gutachten zeigt der WBGU Perspektiven für die Zukunft nachhaltigen Wirtschaftens auf, die nach dem atomaren Desaster von Fukushima erst Recht auf der Agenda der nationalen und internationalen Politik stehen müssen."

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Erneuerbare Energien brauchen erneuerbare Regierungen

Offener Brief an Angela Merkel von Franz Alt

"Liebe Angela Merkel,

Viele konservative Politiker sagen jetzt, „Japan“ sei schuld am Wahlausgang in Baden-Württemberg. Die Wahrheit ist, dass längere Laufzeiten für deutsche AKW nicht in Japan, sondern in Berlin beschlossen wurden. Realisten haben schon immer mit dem atomaren Restrisiko rechnen müssen, das wir jetzt auf so grauenvolle Weise erleben. [...]

Warum wurde unter Ihrer und Helmut Kohls Führung die Partei mit dem hohen C so dogmatisch atomgläubig? Ich bin wegen der Atompolitik der CDU 1988 aus der Partei ausgetreten, weil ich als Christ und Humanist das atomare Glücksspiel nach Tschernobyl vor meinem Gewissen nicht mehr verantworten konnte. Tschernobyl wurde mein Damaskus."

Zum vollständigen Text


 

Mies van der Rohe Preis

Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur

"Alle zwei Jahre verleiht die EU Preise für zeitgenössische Architektur und einen Sonderpreis für junge Architekten. Die Auswahl der Gewinner für die nächste Runde im Jahr 2011 läuft bereits. Die Preisverleihung wird am 20. Juni 2011 im Mies van der Rohe Pavillon in Barcelona, Spanien, stattfinden.

Ziel und Zweck des Preises

Alle zwei Jahre werden aktuelle, herausragende Beispiele architektonischer Kreativität gewürdigt. Die Projekte dürften höchstens zwei Jahre alt sein.

Ziel der Architekturpreise ist es, die soziale und kulturelle Verankerung moderner Architektur in europäischen Städten als wichtigen Bestandteil des Alltagslebens zu unterstreichen. Die Preise werden für Projekte in den am Programm Kultur teilnehmenden Ländern verliehen."

Zur Homepage

Die Pressemitteilung zu den 6 Finalisten finden Sie hier. Darin Links zu den Beiträgen aus den verschiedenen Ländern der EU.


 

Umweltpolitischer Sprecher des ZdK fordert Ausstieg aus der Atomkraft

"In der aktuellen Diskussion über die Nutzung der Atomenergie spricht sich der umweltpolitische Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Michael Lentze, erneut für einen Atomausstieg aus. "Auch eine zivile Nutzung der Atomenergie ist aufgrund der technischen Unwägbarkeiten der Technologie sowie den für menschliches Ermessen unabsehbaren Folgen möglicher Unfälle ethisch nicht verantwortbar", so Lentze unter Verweis auf einen Beschluss aus dem Jahr 2008, in dem sich das ZdK gegen eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke und für einen Ausstieg aus der Atomkraft ausgesprochen hat."

Aus dem Beschluss von 2008
"Angesichts der Risiken, der ungelösten Problematik der Endlagerung und der Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen stellt die Kernenergie jedoch längerfristig keine verantwortungsvolle Möglichkeit dar, die Probleme des Klimawandels zu lösen. Eine Verlängerung der Laufzeiten ist deswegen nicht zu befürworten. Der Ausstieg aus der Kernenergie muss Teil einer realistischen Gesamtplanung der künftigen Energieversorgung und ihrer Rückwirkung auf das Klima sein. Dazu gehört dann auch der Einsatz der Bundesregierung für eine weltweite Einschränkung der Kernenergienutzung."

Zur Pressemeldung

Zum Beschluss aus dem Jahr 2008

Lesen Sie auch die Stellungnahme des Trierer Bischofs Dr. Stephan Ackermann Kernenergie hat keine Zukunft


 

Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis

"Wissenschaftliche Arbeit beruht auf Grundprinzipien, die in allen Ländern und in allen wissenschaftlichen Disziplinen gleich sind. Allen voran steht die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen. Sie ist zugleich ethische Norm und Grundlage der von Disziplin zu Disziplin verschiedenen Regeln wissenschaftlicher Professionalität, d. h. guter wissenschaftlicher Praxis. Sie den Studierenden und dem wissenschaftlichen Nachwuchs zu vermitteln, gehört zu den Kernaufgaben der Hochschulen. Die Voraussetzungen für ihre Geltung und Anwendung in der Praxis zu sichern, ist eine Kernaufgabe der Selbstverwaltung der Wissenschaft. Der hohe Leistungsstand des Wissenschaftssystems macht täglich erfahrbar, dass die Grundprinzipien guter wissenschaftlicher Praxis erfolgreich angewendet werden. Gravierende Fälle wissenschaftlicher Unredlichkeit sind seltene Ereignisse. Jeder Fall, der vorkommt, ist aber ein Fall zu viel; denn nicht nur widerspricht Unredlichkeit – anders als der Irrtum – fundamental den Grundsätzen und dem Wesen wissenschaftlicher Arbeit; sie ist auch für die Wissenschaft selbst eine große Gefahr. Sie kann das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft ebenso untergraben wie das Vertrauen der Wissenschaftler untereinander zerstören, ohne das erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit nicht möglich ist."

Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis:
Empfehlungen der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“
Deutsche Forschungsgemeinschaft. Weinheim: 1998

Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis als PDF-Datei

„Der Philosophische Fakultätentag stellt aus gegebenem Anlass fest, dass in jedem Fall der Diebstahl geistigen Eigentums kein Kavaliersdelikt ist, sondern ein Vergehen darstellt, das weitreichende juristische Konsequenzen haben kann. Die Nichtkennzeichnung benutzter Quellen in schriftlichen Arbeiten muss als Täuschungsversuch gewertet werden; den betreffenden Studierenden drohen die Aberkennung der jeweiligen Prüfungsleistung und die Exmatrikulation.

Erklärung des Philosophischen Fakultätentages als PDF-Datei

Causa Guttenberg - Offener Brief von Doktoranden an die Bundeskanzlerin

"als Doktorandinnen und Doktoranden" so beginnt ein offener Brief an die Bundeskanzlerin, "verfolgen wir die gegenwärtige Diskussion um die Plagiatsvorwürfe gegen den Bundesminister der Verteidigung, Herrn Karl-Theodor zu Guttenberg, mit großer Erschütterung und noch größerem Unverständnis."

Mehr dazu hier.


 

45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel

Aus Anlass des 45. Welttags der Sozialen Kommunikationsmittel möchte ich einige Überlegungen vorlegen, die ihren Grund in einem charakteristischen Phänomen unserer Zeit haben: die Verbreitung der Kommunikation durch das Internet. Allgemein ist man immer mehr der Auffassung, daß heute die gerade stattfindende grundlegende Umwandlung im Kommunikationsbereich – so wie einst die industrielle Revolution durch die Neuerungen im Produktionszyklus und im Leben der Arbeiter einen tiefgreifenden Wandel in der Gesellschaft hervorrief – richtungweisend ist für große kulturelle und soziale Veränderungen. Die neuen Technologien ändern nicht nur die Art und Weise, wie man miteinander kommuniziert, sondern die Kommunikation an sich; man kann daher sagen, dass wir vor einem umfassenden kulturellen Wandel stehen. Mit dieser neuen Weise, Information und Wissen zu verbreiten, entsteht eine neue Lern- und Denkweise mit neuartigen Möglichkeiten, Beziehungen zu knüpfen und Gemeinschaft zu schaffen.

Es zeichnen sich Ziele ab, die bis vor kurzem undenkbar waren, die aufgrund der von den neuen Medien eröffneten Möglichkeiten Staunen hervorrufen und zugleich immer dringlicher eine ernsthafte Reflexion über den Sinn der Kommunikation im digitalen Zeitalter verlangen.

Vollständiger Text


 

Volksentscheide - wer ist das Volk?

"Die Forderung der Grünen, der SPD, der Linken und progressiv-zivilgesellschaftlicher Kräfte nach einer Volksabstimmung hat über Stuttgart hinaus längst Eingang in eine allgemeine Demokratiedebatte gefunden. Referenden werden als Heilmittel für die allgemeine Krise der Parteien, der politischen »Klasse«, ja der gesamten Demokratie angepriesen.Wären aber mehr Volksabstimmungen, möglichst auch auf Bundesebene, tatsächlich eine Vitalisierungskur unseres demokratischen Gemeinwesens? Wenn ja, welche Nebenwirkungen hätten Sie? Wer ist eigentlich das »Volk«, das hier mit einem basisdemokratischen Gestus zu den Urnen gerufen wird? Bedeuten Volksentscheide mehr und eine bessere Demokratie? Nicht um Stuttgart, sondern um diese Fragen soll es gehen." Autor: Wolfgang Merkel

Zum Beitrag

Hinweise zum Autor auf den Seiten des WZB


 

Weltagrarbericht

"Fast eine Milliarde Menschen hungern auf diesem Planeten während ebenso viele an krank machender Fettleibigkeit leiden. 2,3 Milliarden Tonnen Getreide werden weltweit geerntet, mehr als je zuvor. Doch nur 47 % dieser Ernte dienen der menschlichen Ernährung. Der Rest wird zu Tierfutter, Sprit und Industrierohstoff. Unser Ernährungs-System ist eine der wichtigsten Ursachen für den Klimawandel, das Artensterben, für Umweltvergiftung, Wasserknappheit, vermeidbare Krankheiten, Kinderarbeit, Armut und Ungerechtigkeit. Dieses System ist krank.

Über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fassten 2008 im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltbank den Stand des Wissens über die globale Landwirtschaft, ihre Geschichte und Zukunft zusammen. Dieser Weltagrarbericht ist unbequem und alarmierend, warnt vor Irrwegen und zeigt Lösungen auf. Diese Seite faßt seine wichtigsten Ergebnisse zusammen, dokumentiert alle Original-Berichte, bietet Hintergründe und Detailinformationen. Sie will zum Nachdenken und zur Diskussion anregen, vor allem aber zum Handeln."

Internetseite zum Weltagrarbericht


 

Internationales Jahr des Waldes 2011

"Die Wälder dieser Erde rücken mit den Internationalen Jahr des Waldes 2011 in den Fokus der Öffentlichkeit. Nicht nur, weil sie große Mengen an Kohlenstoff speichern und zum Teil auch gebunden haben, nicht nur, weil die meisten Arten dieser Erde in tropischen Wäldern leben, nicht nur, weil sie schön sind, sondern vor allem, um Wege der Erhaltung und der nachhaltigen Nutzung aufzuweisen. Die Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung werden wissenschaftlich unterlegt und begleitet, und mit einer größeren Öffentlichkeit diskutiert. Zum Auftakt wird uns Frau Dr. Konnert, die im Bayerischen Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht, Teisendorf, arbeitet, einige grundlegende Fragen zur Biodiversität des Waldes beantworten."

Zum Interview

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo)


 

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,

da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen,

da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern,

da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

verkündet die Generalversammlung

diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte


 

Barcamp Netzpolitik


Von Google Street View bis Wikileaks: Entwicklungen im Internet sorgen für Furore. Doch worum kreist die Aufregung? Und wie muss sozialdemokratische Medienpolitik aussehen? Die wurde im Rahmen eines Barcamps und einer Konferenz im Willy Brandt Haus am 10. und 11.12.2010 diskutiert.


Von der Kommune zur Community

Auf kommunaler Ebene lassen sich Projekte oft schneller und besser umsetzen“, sagt Valentina Kerst, die in Köln die Initiative „Internetstadt Köln“ begleitet hat. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Stärkung von Medienkompetenz, der Ausbau von digitaler Infrastruktur – das Internet ist ein Thema, das sich durch alle Politikbereiche zieht. Auf dem netzpolitischen Barcamp der SPD diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie das Internet die Arbeit in Kommunen stärken kann.

siehe dazu den Beitrag auf SPD News
 

Klimaschutz erfordert mehr Investitionen für den Schienengüterverkehr!

Studie ermittelt zukünftigen Ausbaubedarf für das deutsche Schienennetz

"Rund elf Milliarden (Mrd.) Euro sind nötig, um das Schienennetz in Deutschland innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte so auszubauen, dass darauf die doppelte Gütermenge transportiert werden kann. Das zeigt eine Studie der KCW GmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA). UBA-Präsident Jochen Flasbarth sagt dazu: „Der Güterverkehr muss so organisiert werden, dass er den Erfordernissen des Klimaschutzes Rechnung trägt. Darum muss der Güterverkehr stärker auf die Schiene verlagert werden. Mit dem vorgelegten Ausbaukonzept können heute die Weichen für einen nachhaltigeren Gütertransport gestellt werden.“

Ein zügiger und konsequenter Richtungswechsel der Schieneninfrastrukturpolitik zugunsten des Schienengüterverkehrs ist aus Umweltschutzsicht dringend erforderlich. Nur so wäre – neben der betrieblichen Optimierung der Leistungsfähigkeit des Netzes – die bisherige Leistungsgrenze der Schienenwege erheblich zu erhöhen. „Künftig sollten Investitionsentscheidungen streng an Verkehrskriterien auf Basis einer Schwachstellen- und Engpassanalyse ausgerichtet werden, um den Anforderungen des Klimaschutzes an den Güterverkehr gerecht werden zu können“, empfiehlt Jochen Flasbarth. Die Messlatte hierfür müsse die Eignung eines Schienenprojekts sein, deutliche Kapazitätszugewinne an den prognostizierten Engpassstellen des deutschen Schienennetzes zu schaffen. Hiervon würde auch der Personennahverkehr in hohem Maße profitieren, da dieser sich in ähnlicher Geschwindigkeit wie der Schienengüterverkehr bewegt und hohe Wachstumspotenziale aufweist."

Presse-Information nebst Link zur Studie.


 

Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen

Vor fünf Jahren, im Oktober 2005, hat die Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur das Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen beschlossen und dies unter anderem begründet:

"in der Erkenntnis, dass die kulturelle Vielfalt ein gemeinsames Erbe der Menschheit darstellt und zum Nutzen aller geachtet und erhalten werden soll;

in dem Bewusstsein, dass die kulturelle Vielfalt eine reiche und vielfältige Welt schafft, wodurch die Wahlmöglichkeiten erhöht und die menschlichen Fähigkeiten und Werte bereichert werden, und dass sie daher eine Hauptantriebskraft für die nachhaltige Entwicklung von Gemeinschaften, Völkern und Nationen ist;

eingedenk dessen, dass die kulturelle Vielfalt, die sich in einem Rahmen von Demokratie, Toleranz, sozialer Gerechtigkeit und gegenseitiger Achtung der Völker und Kulturen entfaltet, für Frieden und Sicherheit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene unabdingbar ist;

in Würdigung der Bedeutung der kulturellen Vielfalt für die volle Verwirklichung der in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in anderen allgemein anerkannten Übereinkünften verkündeten Menschenrechte und Grundfreiheiten;

unter Betonung der wesentlichen Rolle der kulturellen Interaktion und der Kreativität, die kulturelle Ausdrucksformen bereichern und erneuern sowie die Bedeutung der Rolle derer erhöhen, die an der Entwicklung der Kultur beteiligt sind, um den Fortschritt der Gesellschaft insgesamt zu fördern."

Das Übereinkommen finden Sie hier.


 

Leitbild Demokratische und Soziale Hochschule

Vorschlag für die Hochschule der Zukunft

"Der Vorstand der Hans-Böckler-Stiftung hat unter dem Titel "Leitbild Demokratische und Soziale Hochschule" ein Projekt beschlossen, das in Kooperation mit dem DGB und seinen Mitgliedsgewerkschaften durchgeführt wird.
Die Hochschulen befinden sich in einem dramatischen Wandel, der mit der Europäisierung des Hochschulraumes durch den Bolognaprozess, die Exzellenzinitiative der Bundesregierung und die Einführung neuer Rechtsformen und Steuerungsmodelle verbunden ist. Was fehlt sind fundierte und ausformulierte Alternativen, vor allem weil es an Zeit und Orten zur Diskussion und zum Nachdenken mangelt. An dieser Stelle setzt das Projekt "Demokratische und Soziale Hochschule" an, das alle Interessierten aus Hochschule und Gewerkschaft einlädt, an einem solchen hochschulpolitischen Nachdenken mitzuwirken. Wir wollen die Arbeit daran beginnen, unsere Vorstellungen für die Hochschule der Zukunft aus gewerkschaftlicher Perspektive zu formulieren."

Hans-Böckler-Stiftung: Das Leitbild Demokratische und Soziale Hochschule. Vorschlag für die Hochschule der Zukunft. Düsseldorf: 2010, 38 Seiten

Die Projektseite
Das Leitbild Demokratische und Soziale Hochschule


 

Das neue Glücksversprechen

Zwischenbilanz der Diskussion über die Zukunft der europäischen Sozialdemokratie

"Angesichts der dramatischen Verluste bei Wahlen steht die europäische Sozialdemokratie vor der Herausforderung, ihre Politik der letzten Jahre sorgfältig zu analysieren, Erfolge und Fehlentwicklungen klar zu benennen, sich inhaltlich und organisatorisch-strukturell zu öffnen und eine zukunftsgerichtete programmatische Alternative sowohl zu Neoliberalismus, sanftem Konservatismus und rückwärtsgewandtem Populismus zu entwickeln. Dieser Prozess ist bereits im vollen Gange. Dieser Artikel zieht mit Blick auf die Debatte über die Zukunft der europäischen Sozialdemokratie eine erste Zwischenbilanz.

Die von der Sozialdemokratie erwarteten Antworten auf die als Bedrohung empfundene soziale, kulturelle und politische Verunsicherung sollten im Idealfall wichtige Bestandteile einer neuen sozialdemokratischen Erzählung bilden. Soziale und wirtschaftliche Sicherheit, gesellschaftliche Anerkennung und Zusammenhalt sowie demokratische Teilhabe sind kein Selbstzweck. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind vielmehr gefragt, einen Beitrag zur Lebenszufriedenheit, Selbstverwirklichung und zum Glück der jeweiligen Bevölkerung zu leisten.

Entscheidend für politische Erfolge ist die Gesamtaufstellung einer Partei. Führung, Handlungsspielraum, Leistungsbilanz, Partnerschaften sowie Europa- und Globalisierungsstrategie müssen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Das Drehen an nur einigen dieser »Stellschrauben« reicht nicht aus. Und es genügt nicht, nur in einigen Bereichen gut aufgestellt zu sein."

Das neue Glücksversprechen : Zwischenbilanz der Diskussion über die Zukunft der europäischen Sozialdemokratie / Jan Niklas Engels ; Gero Maaß.
Friedrich-Ebert-Stiftung, Internationale Politikanalyse, 2010 - 16 S. = 1 MB, PDF-File .

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Neue Veröffentlichungen der Friedrich-Ebert-Stiftung


 

Zwischen Hoffen und Bangen

Neue LWL-DVD beleuchtet das Schicksal jüdischer Familien in Münster

"Wie vollzog sich seit 1933 die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung in einer ganz normalen deutschen Stadt? Wie erlebten die Betroffenen den Prozess der Ausgrenzung und Verfolgung? Und wie verhielten sich nichtjüdische Nachbarn und Freunde? Eine neue DVD des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) liefert Antworten auf diese Fragen: In drei verschiedenen Filmelementen zeichnet sie die Geschichte der Judenverfolgung in Westfalen am Beispiel zweier jüdischer Familien aus Münster nach.

Im Mittelpunkt des Mediums, das das LWL-Medienzentrum für Westfalen mit Unterstützung des Geschichtsorts Villa ten Hompel und des Medienservice für Münster produziert hat, steht ein einzigartiges Filmdokument. Gedreht hat es der jüdische Kaufmann Siegfried Gumprich in den Jahren 1937 bis 1939. Die Filmaufnahmen zeigen scheinbar unbeschwerte Momente des Familienlebens: Eltern und die beiden Kinder Brigitte und Walter beim Spiel im Garten, beim Sonntagsspaziergang in der Altstadt, beim Sport und im Urlaub. Doch der Schein trügt. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen hatten die Gumprichs wie die übrigen Mitglieder der jüdischen Gemeinde schon mit schwersten Repressionen und Demütigungen zu kämpfen. Anders als viele Freunde und Verwandte entkam die Familie aber fast in letzter Minute dem Holocaust: Drei Tage vor Kriegsbeginn gelang ihnen die Flucht nach Großbritannien."

Am Mittwoch, 10. November, um 20 Uhr wird die DVD "Zwischen Hoffen und Bangen" im Geschichtsort Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring 28 in Münster erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Eintritt ist frei. Zwischen Hoffen und Bangen


 

Der wahre Wohlstand der Nationen: Wege zur menschlichen Entwicklung

Bericht über die menschliche Entwicklung 2010 Jubiläumsausgabe zum 20. Erscheinen Der wahre Wohlstand der Nationen: Wege zur menschlichen Entwicklung

Der erste Bericht über die menschliche Entwicklung von 1990 begann mit einer einfach formulierten Annahme, die zum Leitmotiv aller folgenden Berichte wurde: „Die Menschen sind der wahre Wohlstand einer Nation“. Diese Aussage wurde untermauert durch eine Fülle empirischer Daten und einen neuen Denkansatz auf dem Gebiet der Entwicklung und ihrer Messung. Damit hatte der Bericht über die menschliche Entwicklung weltweit einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklungspolitik.

Diese Jubiläumsausgabe zum 20. Erscheinen wird eingeleitet durch einen Text von Nobelpreisträger Amartya Sen, der zusammen mit Mahbub ul Haq, dem Begründer dieser Reihe, den ersten Bericht über die menschliche Entwicklung konzipierte und für viele der folgenden Berichte Beiträge und Anregungen beisteuerte.

Der Bericht 2010 setzt die Tradition fort, herkömmliche Denkmuster über Entwicklung zu hinterfragen. Zum ersten Mal seit 1990 blickt der Bericht systematisch auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. Dabei zeigt er oft überraschende Trends und Muster auf, aus denen sich wichtige Erkenntnisse für die Zukunft ableiten lassen. Die höchst unterschiedlichen Pfade der menschlichen Entwicklung zeigen, dass es keine allgemeingültige Formel für nachhaltigen Fortschritt gibt – und dass auch ohne stetiges Wirtschaftswachstum beeindruckende Verbesserungen über einen längeren Zeitraum möglich sind.

Bericht über die menschliche Entwicklung 2010


 
"Zu Zeiten Willy Brandts hatte die SPD noch die Deutungshoheit über wichtige gesellschaftliche Diskurse, welche sie heute angesichts desaströser Ergebnisse bei den letzten Bundestags- und Europawahlen brutal eingebüßt hat. Im Wahlprogramm von 1972 hieß es: »Ein Mehr an Produktion, Gewinn und Konsum bedeutet noch nicht automatisch ein Mehr an Zufriedenheit, Glück und Entfaltungsmöglichkeiten für den Einzelnen. Lebensqualität ist mehr als höherer Lebensstandard. Lebensqualität (...) meint Bereicherung unseres Lebens über den materiellen Konsum hinaus.« Es ist also legitim zu behaupten, dass die Partei ein Pionier in der Debatte um Lebensqualität und Glück war, lange bevor internationale Organisationen wie die OECD, die Kommission der Europäischen Union mit ihrem Beyond GDP-Projekt und Sarkozys Stiglitz-Kommission in der zurückliegenden Dekade mit fast identischem Wortlaut das Thema für sich entdeckten. Auf diese Stärke sollte sich die Partei wieder zurückbesinnen."
Christian Kroll: Soziale Demokratie des Glücks? Folgen der Glücksforschung für die Politik in: Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte: Wege zum Glück, Heft 11 | 2010


 

Im Januar 1979, in der zweiten Ausgabe des Stadtspiegels, haben wir ein Gedicht von Franz Engelbert Happe (1863 - 1897) veröffentlicht, als "Kommentar" zur damaligen Stadtsanierung, die im wesentlichen eine Abbruchsanierung war. Gegenwärtig soll wieder ein Haus abgerissen werden, um Platz für 15 Parkplätze zu schaffen. Wir zitieren es hier (Strophen eins und sechs):

Das alte Haus

Zum Abbruch hat entschieden sich dein Los,
Hammer und Axt gibt dir den Todesstoß.
Vom Dache reißt man Sparren dir und Traufen,
Zum letzten Mal weht schwarz aus deinem Schlot
Des Rauches Flagge, das Signal der Not.
Rasch gehst du unter, Wrack dein Trümmerhaufen!

In Träumen bau‘ ich neu das alte Haus
Und geh' in seinen Räumen ein und aus
Wie einst als bedroht mit Funkensprühen
Der nahe Turm schlepp ich was lieb und wert,
hinaus und schmück damit den eigenen Herd
und starre sinnend in der Brände Glühen.

Franz Engelbert Happe (Eintrag im Westfälischen Autorenlexikon 1750-1950)

Geboren am 11. Juni 1863 in Sendenhorst als Sohn eines Kupferschmieds. Besuch der Volks- und Rektoratsschule in Sendenhorst und Borkum. Von 1877 bis 1881 Besuch des Gymnasiums in Warendorf. Studium der Philologie und Theologie in Münster, wo er Vorleser des erblindeten Christoph Bernhard Schlüter war. 1886 Eintritt in das Priesterseminar in Münster. 1887 Priesterweihe. Ab 1895 Vikar in Südkirchen bei Lüdinghausen, wo er am 11. September 1897 starb.

Westfälisches Autorenlexikon
 
 

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