Ein Supermarkt ist nicht erlaubt!

Presse

Die Frankfurter Neue Presse berichtet am 22.10.2011 von der öffentlichen Veranstaltung der Seckbacher Bürgerinitiative "Kein weiterer Supermarkt!"

Siehe auch Artikel vom 16.10.201: "Pressemitteilung der Bürgerinitiative".

Um den geplanten Markt am Atzelbergplatz zu bauen, müsste das Baurecht
geändert werden ? unter Mitsprache der Bürger.

Um unterhalb des Atzelbergplatzes einen großen Supermarkt zu bauen, müsste das Baurecht geändert werden. Darin sieht die Bürgerinitiative, die gegen den Markt kämpft, eine Chance, das Projekt noch zu kippen.

Seckbach. Die ersten gehen schon, bevor das Treffen begonnen hat. "Der Saal ist voll, keiner passt mehr rein", sagt ein Mann vor dem alten Seckbacher Rathaus und zieht von dannen. So verpasst er, was Planungsamtsleiter Dieter von Lüpke drinnen den mehr als 50 Zuhörern bestätigt: Ein Supermarkt samt Tiefgarage und drei- bis vierstöckigen Wohnhäusern oben drauf dürfte zurzeit auf dem Areal zwischen Atzelbergplatz und Wilhelmshöher Straße gar nicht gebaut werden.

Die Bürgerinitiative, die zu der Veranstaltung eingeladen hat und 1600 Unterschriften gegen den Supermarktbau sammelte, hat eine alte Karte mitgebracht: Den noch immer geltenden Bebauungsplan aus dem Jahr 1974. Dort ist zu sehen, was von Lüpke erklärt: "Der Bebauungsplan
lässt nur eine sehr bescheidene, einstöckige Bebauung zu. Er lässt keinen Supermarkt zu." Durch die Kita und das Gemeindezentrum sei der Platz, auf dem gebaut werden darf, bereits komplett ausgeschöpft.

Bürger dürfen mitreden

Grundsätzlich erlaubt sei ein Lebensmittelgeschäft zur Versorgung der Nachbarschaft schon heute, sagt Dieter von Lüpke. Auch wenn das Grundstück in einem allgemeinen Wohngebiet liegt. Einen 1700 Quadratmeter großen Supermarkt erlaube das Baurecht auf dem Gelände der Maria-Rosenkranz-Gemeinde wegen dessen Größe aber nicht. Dafür müsste der Bebauungsplan (BBP) geändert werden. Dabei hätten die Bürger mehrfach Gelegenheit, ihre Meinung zu sagen oder Einsprüche einzubringen.

Fertige Pläne für den Bau eines Supermarktes kennen weder Dieter von Lüpke noch der Vorsitzende des Verwaltungsrats der Maria-Rosenkranz-Gemeinde, Christof Heun. Es gebe auch mit niemandem Verhandlungen über den Verkauf eines Teils des Kirchengrundstücks, sagt Heun. "Es gibt Gespräche mit der ABG Holding, keine Verkaufsverhandlungen. Anderen Interessenten sagen wir, dass wir nicht verkaufen wollen."

Für den 2013 geplanten Bau eines neuen Kindergartens sei ein Verkauf des Grundstücks nicht nötig, sagt Heun. Finanziert werde die Kita von Stadt, Land Hessen und Bistum Limburg. Der Bebauungsplan müsse nicht geändert werden, erklärt Dieter von Lüpke. "Südlich der Kirche
ist ein vierstöckiges Gebäude erlaubt, die Kita bekommt aber nur zwei." Obwohl das Gebäude etwas größer sei als das Baufenster, könne es genehmigt werden.

Sanierung lohnt sich nicht

"Wir konzentrieren uns erst einmal auf den Bau des Kindergartens", sagt Christof Heun. Aber irgendwann müsse das Grundstück, auf dem die alte Kita steht, wohl verkauft werden. "Das Gemeindezentrum ist alt. Der Unterhalt ist zu teuer, für das Grundstück wie für das Gebäude." Eine Sanierung des Gemeindezentrums lohne sich nicht, nur ein Neubau. Doch der sei noch nicht beschlossen, sie prüfe auch andere Möglichkeiten. Fest stehe nur: Das Geld für ein neues Gemeindezentrum müsste die Gemeinde selbst beisteuern ? und das Grundstück verkaufen.

Angesichts des fehlenden Baurechts für einen Supermarkt hofft Walter Schmidt von der Bürgerinitiative, das Projekt noch verhindern zu können. "Wir wollen, dass der Magistrat und die Stadtverordneten sagen: Tut uns leid, wir haben uns geirrt. Wir ändern das Baurecht für den
Supermarkt nicht."

Planungsamtschef von Lüpke gibt zu bedenken, die Seckbacher wären "schlecht beraten", auf ein Überleben des alten Supermarkts im alten Ortskern zu setzen: Vielleicht habe Seckbach dann irgendwann gar kein Lebensmittelgeschäft mehr. Doch Walter Sauer vom Heimat- und
Geschichtsverein ist überzeugt: "Der neue Supermarkt am Atzelberg wird irgendwann untergehen, weil er nicht genug Umsatz macht. Doch er wird lange genug bestehen, um die Infrastruktur im alten Ortskern zu zerstören." hau (hau)

 
 

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