1. Internationaler Mädchentag am 11. Oktober 2012

Frauen

Pressemitteilung vom 11.10.2012

Berliner Senat setzt sich für ein chancengerechtes Aufwachsen von Mädchen ein

Auch heute noch ist die Lebenssituation von Mädchen in weiten Teilen der Welt geprägt von Diskriminierung, Gewalt und Ausbeutung. In einigen Regionen der Welt werden Mädchen bereits vor der Geburt aufgrund ihres Geschlechts abgetrieben. Mädchen erhalten in vielen Ländern noch nicht die gleiche Schulbildung wie Jungen. Ihre Arbeitskraft wird ausgebeutet: 90 Prozent der in fremden Haushalten arbeitenden Kinder sind Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Vielen von ihnen drohen sexuelle Übergriffe, ungewollte Schwangerschaften und HIV-Infektionen.

Die UN-Kinderrechtskonvention sichert seit 1989 Kindern - Mädchen und Jungen - gleiche Rechte und Chancen zu. 193 Staaten haben sich bis heute zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet. Aber noch immer besteht Handlungsbedarf. Die Kinderhilfsorganisation PLAN hat 2003 eine Mädchen-Kampagne ins Leben gerufen, um die Öffentlichkeit auf existierende Missstände aufmerksam zu machen und notwendige Veränderungen einzuleiten. Der Deutsche Bundestag hat sich fraktionsübergreifend am 21. September 2011 dafür ausgesprochen, einen internationalen Mädchentag zu initiieren und im Dezember 2011 folgte dazu der entsprechende UN-Beschluss.

Der Berliner Senat unterstützt den 1. Internationalen Mädchentag, weil auch in Deutschland noch Handlungsbedarf besteht, um Mädchen einen besseren Start in ein selbstbestimmtes, chancengleiches und erfolgreiches Leben zu ermöglichen.

Aufgrund der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung sind Frauen heute verstärkt aufgerufen, die eigene Existenz im gesamten Lebensverlauf sicherzustellen, angefangen mit einer guten und zukunftsfähigen Bildung und Ausbildung, über die Stärkung der Gesundheit bis hin zum Aufbau einer ausreichenden eigenen Alterssicherung. Junge Frauen und Männer haben heute sehr ähnliche Vorstellungen in Bezug auf ihre weitere Lebensplanung. Beide wollen Familie, Kinder und Beruf vereinbaren. Im Alltag insbesondere dann, wenn Kinder geboren werden, kommt es allerdings noch häufig zu einer traditionellen Aufgaben- und Rollenteilung zwischen ihnen. Das bedeutet für den gesamten späteren Lebensverlauf von Frauen weiterhin Nachteile in Bezug auf Einkommen, Karrierechancen und Rentenansprüche. Barbara Loth, Berliner Staatssekretärin für Frauen: „Traditionelle Rollenbilder behindern Mädchen noch zu oft in ihrer Entwicklung. Sie benötigen vielfältige Zukunftsperspektiven, neue Modelle familiärer Arbeitsteilung und eine frühzeitige Aufklärung und Unterstützung, damit sie die eigene Berufsperspektive und Existenzsicherung nicht aus den Augen verlieren.“

Sigrid Klebba, Berliner Staatssekretärin für Jugend: „Mit dem von nun an jährlich am 11. Oktober stattfindenden Internationalen Mädchentag haben die Vereinten Nationen ein deutliches Zeichen gesetzt, um ein stärkeres Bewusstsein gegenüber der Ungerechtigkeit zu schaffen, die Mädchen nach wie vor tagtäglich erfahren. Es ist wichtiges Anliegen unserer Politik, einen entscheidenden Beitrag zum Abbau dieser systematischen Benachteilung zu leisten.“

Im Zusammenhang mit der Förderung der Entwicklung einer selbstbewussten weiblichen Identität bilden Angebote der geschlechtsbewussten Prävention, Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im Leistungsspektrum der Berliner Kinder- und Jugendhilfe einen unverzichtbaren Bestandteil. Berlin wartet mit vielfältigen Unterstützungsangeboten für Mädchen und junge Frauen auf, die sie auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben und bei der Auseinandersetzung mit ihrer Geschlechterrolle begleiten. Dazu gehören Angebote in Mädchentreffs, in Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, in Sport-, Bewegungs- und Kommunikationszentren, interkulturelle Projekte, Angebote für junge Lesben, mädchenspezifische Seminare der außerschulischen Bildung, Angebote der Berufsorientierung sowie Beratungsangebote und Anlaufstellen für Mädchen und junge Frauen in speziellen Problem- und Notlagen.

Kontakt:
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen
Peter Ziegler
Pressesprecher
Telefon: 030 9028 2743