Kundgebung zur Erinnerung an Otto Grüneberg

Gegen Rechts

Aufruf zur Otto Grüneberg-Ehrung am Sonntag, 5. Februar 2012, um 11 Uhr vor der „Kastanie“ (Schloßstraße 22 in Berlin-Charlottenburg)

Otto Grüneberg stand kurz vor seinem 23. Geburtstag, als er in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1931 von Angehörigen des SA-Sturms 33 ermordet wurde.
Die Familie Grüneberg wohnte in der Charlottenburger Schloßstraße 22. Otto Grüneberg war Mitglied des Jugendverbandes der KPD und engagierte sich wie sein Vater in dem der kommunistischen Partei nahestehenden Roten Frontkämpferbund.
Der Charlottenburger SA Sturm 33 hatte sich im September 1930 in einer Gaststätte in der Hebbelstraße niedergelassen und machte sich schon bald daran, die organisierte Arbeiterschaft einzuschüchtern. Die Angriffe der Nationalsozialisten führten bald zu ersten Toten. Ende Januar 1931 wurde Max Schirmer vor der SA-Gaststätte erstochen; Otto Grüneberg geriet am späten Abend des 31. Januar in der Hebbelstraße in eine Auseinandersetzung zwischen linken Arbeitern und SA-Männern. Schwer verletzt schleppte er sich noch in die Gaststätte in seinem Wohnhaus und starb wenig später an den Schußverletzungen.
Am Trauerzug für Max Schirmer und Otto Grüneberg wenige Tage nach den Morden nahmen Zehntausende teil, darunter die gesamte Reichstagsfraktion der KPD.
Zwei Jahre später, nach dem Machtantritt Hitlers, waren die SA-Männer „legaler“ Teil des NS-Unterdrückungsapparates, verschleppten Bewohner des Wohnviertels und folterten einige von ihnen zu Tode.

Die Unterzeichnenden rufen auf zu einer gemeinsamen Kundgebung am Sonntag, den 5.2.2012, um 11 Uhr vor dem Lokal Kastanie, Schloßstr. 22, wo Otto Grüneberg ums Leben kam.

Die Ehrung von Otto Grüneberg hat in Charlottenburg eine lange Tradition, die in den Jahren nach der Befreiung begann und bis heute besteht.

Die in jüngster Zeit bekannt gewordenen Verbrechen der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“, Brandanschläge wie die Jugendeinrichtung der Sozialistischen Jugend – Die Falken in Neukölln und die vermehrte Zerstörung und Beschädigungen von Stolpersteinen geben der Erinnerung an Otto Grüneberg eine beklemmende Aktualität. Das Verbot der NPD und aller weiteren faschistischen Organisationen muß durchgesetzt werden! Wir dürfen die Auseinandersetzung mit den Neonazis nicht allein staatlichen Instanzen überlassen, zumal diese sich immer wieder als auf dem rechten Auge blind erweisen und antifaschistische Aktivitäten kriminalisieren. In Dresden wollen die Nazis im Februar wieder auf die Straße gehen. Unser Protest dagegen ist dringend notwendig!

Otto Grüneberg und die anderen Opfer mahnen: Keinen Fußbreit den Faschisten!

DGB Berlin-Brandenburg, Abteilung Jugend
Die Linke, Bezirksverband Charlottenburg-Wilmersdorf
DKP, Gruppe Mitte
Gaststätte „Zur Kastanie“
Heimatverein Charlottenburg e.V.
Interkulturelles Nachbarschaftszentrum DIVAN e.V.
Jugendclub Schloß 19 – Commune Chateau
Jusos Charlottenburg-Wilmersdorf
Kiezbündnis Klausenerplatz e.V.
Sozialistische Jugend – Die Falken Berlin
SPD Berlin, Abteilung 7/4
VVN/BdA, Landesverband Berlin

Nicole Ludwig, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Ülker Radziwill, Mitglied des Angeordnetenhauses, Fraktion der SPD
Fredéric Verrycken, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Fraktion der SPD

 
 
 

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