Wissen. Die SPD Wissen setzte Ihre erfolgreiche Reihe SPD trifft… fort. Diesmal stand das Thema Bildung auf der Agenda. Gastrednerin war die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen.
Ortsvereinsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Thorsten Wehner freute sich über die positive Resonanz der Veranstaltung, darunter auch Erzieherinnen und Lehrerinnen und Lehrer, sowie Eltervertreter. Wehner ging in seinem Grußwort auf die Schullandschaft und das Angebot der Kindertagsstätten vor Ort ein. „Mit Hilfe der SPD sei die Schullandschaft in der VG Wissen attraktiv ausgebaut worden. Ebenso gut, dennoch ausbaufähig sei das Angebot der Kindertagesstätten in der VG Wissen“, so Wehner. „Für die wirklich gute Arbeit der Erzieherinnen wünsche ich mir eine Lohnsteigerung dieser Berufsgruppe“, so der SPD-Politiker.
Jürgen Linke, Kandidat für das Amt des Stadtbürgermeisters in Wissen, ging auf die Bedeutung der außerschulischen Jugend- und Bildungsarbeit ein und forderte einen Streetworker für die Stadt Wissen.
Nach einem weiteren Grußwort durch den Hausherrn Kurt Höblich, der das CJD als einen Lernort für benachteiligte Jugendliche vorstellte, ging die Ministerin auf die Leitmotive der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik ein. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Kinder- und Jugendlichen in der Gesellschaft. Der demografische Wandel, der laut Ahnen im Jahr 2020 rund 20 % weniger Schülerinnen und Schüler in den Bildungseinrichtungen führe.
„Wir alle erwarten den gleichen Wohlstand, obwohl es weniger Jugendliche in Ausbildung gibt. Das geht nicht ohne Konsequenzen“, so Ahnen.
Ahnen schilderte mit Blick auf die Kindertagesstätten, dass der Rechtsanspruch für die 3-6 jährigen Kinder auf einen KITA-Platz nicht ausreiche. Sie wolle sich für den Ausbau des KITA Angebotes und der Ausweitung des Rechtsanspruchs auch für 1-3 jährige Kinder stark machen. Dies müsse dann aber auch mit einer Beitragsfreiheit einhergehen, bei der das Land Rheinland-Pfalz eine Vorreiterrolle übernommen habe.
Mit dem im Jahr 2005 aufgelegten Programm „Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an“ wird der wichtige Faktor Bildung in der frühkindlichen Phase fokussiert. So werden Erzieherinnen und Erzieher in Fortbildungen auf diese wichtige Aufgabe vorbereitet.
Ein weiterer Schwerpunkt im Vortrag war das Ganztagsschulprogramm, das die Chancengleichheit für Kinder unterschiedlicher Herkunft in der Bildung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert. Der hohe Bedarf spiegelt sich auch im Kreis Altenkirchen wider, so bieten ab dem kommenden Schuljahr 25 Schulen im Kreis ein Ganztagsangebot.
Im Rahmen des Ausbaus der Ganztagsschulen wird seit dem Schuljahr 2008/09 eine neue Möglichkeit eröffnet, das Abitur bereits nach 12 Jahren bzw. nach 8 Jahren am Gymnasium zu erwerben: G8GTS. „Die Verkürzung der Schulzeit wird mit einer Ganztagsschule verbunden, um ein verlässliches pädagogisches Gesamtkonzept zu schaffen, in dem die bestmögliche Förderung aller Schülerinnen und Schüler gewährleistet wird“, so die Ministerin.
Zum Schluss ging Ahnen auch kurz auf die Reform der Schulstruktur ein und hob die starke Berufs- und die Aufstiegsorientierung der künftigen Realschule plus hervor.
In der anschließenden Diskussion wurden dann auch kritische Fragen u.a. auch zur Personalausstattung der Schulen und Kindertagesstätten gestellt. Doris Ahnen nahm die Sorgen der Lehrerinnen und Lehrer, sowie Erzieherinnen und Erzieher sehr ernst, erwähnte aber gleichzeitig, dass Rheinland-Pfalz bundesweit einen Spitzenlatz in der Personalausstattung einnehme. Dennoch bemühe man sich, trotz schwieriger Lage beispielsweise auf dem Lehrerarbeitsmarkt, die Engpässe abzubauen und den Personalschlüssel in den Bildungseinrichtungen zu verbessern.
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Veroeffentlicht am_Datum 29.05.2009