Rathausecho vom 29.5.2006
„Seit etwa eineinhalb Jahren bin ich nun Mitglied der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Warendorf. Dort vertrete ich besonders die Bürger aus dem Ortsteil Einen-Müssingen, wo ich ja auch wohne. Das erste, was ich feststellen kann, ist: Die Arbeit macht Spaß. Viele neue Kontakte, viele interessante Diskussionen, eine Fraktion, die mich mit offenen Armen aufgenommen hat und die geprägt ist von einem guten menschlichen Klima, das die Zusammenarbeit prägt. Festzustellen ist auch: Die Arbeit nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, so dass man sich gut organisieren muss, um die beruflichen Verpflichtungen und das Ratsmandat immer unter einen Hut zu bringen. Ein verständnisvoller Arbeitgeber erleichtert da allerdings manches.
Zur Arbeit für die Ortsteile Einen-Müssingen: Einen und Müssingen zeichnen sich aus durch ein hohes Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die in vielen Vereinen und Gremien ehrenamtlich arbeiten und sich einbringen, um die Lebensverhältnisse zu verbessern, die Lebensqualität zu steigern. Dafür kann man nur dankbar sein, weil man sieht, dass vieles ansonsten nicht zu schaffen gewesen wäre: Man denke nur an das Sportlerheim, den Schützenplatz, das Feuerwehrhaus, manche Räume der Grundschule, an den Kindergarten, besonders in Müssingen, an die Straßenbeleuchtung zwischen Einen und Müssingen, an den Radweg Richtung Milte, an das Grüne Klassenzimmer, an das Wegekreuz, das jetzt in Müssingen geplant ist, an das Buch zum 1050jährigen Jubiläum, und vieles mehr. Ich bin selbst erstaunt, wie lang die Aufzählung werden kann. Und all das zeigt das Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.
Aber nicht alles kann in Eigeninitiative der Bürger geleistet werden. Und bei manchen Aspekten, die für die Ortsteile wichtig sind, geht es nur schleppend voran. Dafür nur ein paar Beispiele:
Nun endlich – nach Jahren des Stillstandes - ist abzusehen, dass das neue Baugebiet in Einen (Streinen Esch) Wirklichkeit wird und nach dem Sommer mit dem Hausbau begonnen werden kann. Endlich können die Interessenten ihr Baupläne konkretisieren.
Beispiel Jugendarbeit. Viele Vereine und die Kirchengemeinde leisten unendlich gute Arbeit für die Jugend und mit der Jugend. Allerdings haben nicht alle Jugendliche daran Interesse, und dieses Interesse kann man ja auch nicht verordnen. Geht es darum, für diese Jugendlichen etwas zu tun, dann wird es schwierig. Der Wunsch, eine einfache Hütte zu bauen, scheitert zunächst noch daran, dass sich kein Platz findet, wo man den Wunsch realisieren kann. Ein Zimmermann, der die Hütte gemeinsam mit den Jugendlichen bauen will, hat sich schon gefunden, aber wo? Bis jetzt gibt es einige Widerstände.
Beispiel Haltepunkt Müssingen: ein Dauerbrenner von mehr als 30 Jahren. Nun steht die Strecke Münster – Rheda Wiedenbrück im Verkehrsinfastrukturbedarfsplan nur in der zweiten Stufe, ist also als Gesamtausbau erst nach 2015 vorgesehen. Trotzdem können die Müssinger und Einener Bürger zuversichtlich sein, dass es weitergeht. Denn landesweit gibt es noch Mittel von 600 Millionen Euro für weitere verkehrliche Verbesserungen. Im übernächsten Jahr müsste dafür auch etwas für den Haltepunkt Müssingen abfallen. Ich werde mich mit meiner Fraktion dafür einsetzen.
Peter Böhm
SPD-Ratsfraktion
Veröffentlicht am 16.05.2006