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„Bildung ist die neue soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Unsere Gesellschaft darf nicht in Gebildete und Ungebildete, in Ausgeschlossene und Dazugehörige auseinander fallen. Bildung hat Priorität. Sie ist ein Kernelement der sozialen Ordnungspolitik.
Junge Menschen sehen sich heute vielen Herausforderungen für ihre Zukunft ausgesetzt. In der Schule müssen sie deshalb den Raum zur Entfaltung ihrer eigenen Fähigkeiten und einer eigenen Persönlichkeit erhalten - unabhängig von der Situation in der Familie, unabhängig vom Geschlecht oder von der sozialen Herkunft. Sie müssen die Chance haben, sich auf die objektiven Anforderungen der Gesellschaft vorzubereiten.“
Soweit die einleitenden Sätze des Schulministeriums NRW im Bildungsportal Nordrhein-Westfalen zur Novellierung des Schulgesetzes. Den Zielen ist unumschränkt zuzustimmen. Was allerdings mit sozialer Ordnungspolitik gemeint ist, wird nicht klar. Vielleicht verbergen sich dahinter die gewollte Abkehr von demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten in den Schulen und die Wiedereinführung staatlicher Bevormundung, wenn es um die Zukunftsentscheidungen für die Kinder und Jugendlichen geht. Werden auf der einen Seite die soziale Bedeutung der Familien und die Erziehung durch die Eltern betont, stehen diese Aussagen im krassen Widerspruch zu den angestrebten Regelungen im Schulgesetz. Für die SPD in Bochum ist dabei der Elternwille von zentraler Bedeutung, zu dem sie mit den Eltern in einen Bildungsdialog eintreten will. Elternwille steht für einen verantwortlichen Erziehungsauftrag und darin eingeschlossen auch die Entscheidungen zur Förderung, Bildung und Ausbildung der Kinder. Über die grundlegende Bedeutung, die Schulabschlüsse in diesem Prozess besitzen, sind sich alle Beteiligten im Klaren. Aber es sind nicht nur die Abschlüsse, sondern vielmehr die Inhalte, die in den Schulen gelehrt werden und dort gelernt werden können.
Eine Novelle des Schulrechts in NRW könnte Zukunftsorientiert sein und die sozialen Benachteiligungen, die von allen nationalen und internationalen Bildungsforschern attestiert werden, versuchen abzubauen. Leider ist das Gegenteil der Fall. Das mehrgliedrige Schulsystem wird festgeschrieben und wieder als begabtengerecht bezeichnet. Alle Möglichkeiten der Eltern oder Schüler verantwortungsvoll auf Inhalte des Schulalltags einzuwirken werden abgeschafft. Das wird an drei Punkten besonders deutlich:
1.Zusammensetzung der Schulkonferenzen
Die Schulkonferenzen erhalten die alten Lehrermehrheiten zurück.
2.Verbindliche Empfehlungen am Ende der Grundschulzeit.
Die Lehrer entscheiden wieder verbindlich über die Schullaufbahn und der Kinder.
3. Abschaffung der Schuleinzugsbezirke für Grundschulen.
Zu diesen drei zentralen Punkten möchten wir mit ihnen in den Dialog treten. Teilen sie uns dazu bitte ihre Meinung mit. Benutzen Sie dazu die Komentarfunktion. Wir werden alle Meinungsäußerungen auswerten. Die Auswertungen sollen im Mai / Juni 2006 in einer öffentlichen Veranstaltung mit Elternvertretern, Experten und Politikern diskutiert werden.
Veröffentlicht am 17.03.2006