Neuer Vorstand gewählt

Die Juso-Hochschulgruppe hat in ihrer Sitzung vom 16. Dezember einen neuen Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammen setzt:
Vorsitzende:
v.l.n.r:.: Veronika Kopf, Jan Heiermann, Lisa Theobald
Schriftführer:
Maximilian Frisch
Schatzmeister:
Yann Kucik
Erklärung des Bundesvorstandes der Juso-Hochschulgruppen anlässlich des heutigen Internationalen Frauentages:
Frauen sind in unserer Gesellschaft in vielen Dingen immer noch benachteiligt. Vordefinierte Geschlechterrollen, fehlender Zugang zu Positionen in Wirtschaft und Wissenschaft oder weniger Lohn für die gleiche Arbeit: All diese Diskriminierungen von Frauen und viele andere machen es auch über 90 Jahre nach dem ersten internationalen Frauentag notwendig auf diese Missstände aufmerksam zu machen und für eine Gesellschaft zu streiten, in der sich alle Menschen unabhängig des Geschlechts nach ihren Vorstellungen verwirklichen können. Trotz einer rechtlichen Gleichstellung gibt es noch viel zu tun – auch in Hochschule und Wissenschaft.
Zwar machen heute durchschnittlich mehr Frauen Abitur und beginnen ein Studium, jedoch verringert sich der Frauenanteil auf jeder Stufe der wissenschaftlichen Karriereleiter. 2007 waren 51 Prozent der Erstsemester Frauen, einen Universitätsabschluss machten 49 Prozent. Bei der Aufnahme einer wissenschaftlichen Laufbahn sind die Hürden für Frauen besonders groß. So ist der Anteil von Frauen unter den Promovierten nur noch 39 Prozent, bei den Habilitierten nur noch 29 Prozent. Der Anteil von Frauen unter den Professuren liegt so letztendlich nur bei einem Anteil von 13 Prozent. Gerade bei den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern ist diese Ungleichheit besonders ausgeprägt, da hier bereits die Zahlen der Studienanfängerinnen deutlich niedriger sind. Hier gilt es vor allem alte Rollenbilder aufzubrechen und Frauen gezielt zu fördern.
Um diesem Ziel näher zu kommen, fordern die Juso-Hochschulgruppen:
- Eine Quote für Professuren von fünfzig Prozent.
- Den grundlegenden Ausbau von Mentoring- und Förderungsprogrammen, die Frauen in allen Bereichen der Wissenschaft fördern
- Höhere Transparenz und Planungssicherheit der Karrierewege durch mehr Festanstellungen für Frauen
- Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherstellen
Veröffentlicht am 08.03.2010
Juso Hochschulgruppen begrüßen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts
„Endlich wird der Wahn der ständigen Überwachung einmal ordentlich ausgebremst! Das Urteil ist ein wichtiges Zeichen für alle, die mit der Privatsphäre von Menschen zu leichtfertig umgehen“, erklärt Maren Butz vom Bundesvorstand der Juso Hochschulgruppen zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung: Zwar wurde die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung nicht angezweifelt, nach der es grundsätzlich erlaubt ist Daten der Telekommunikationsanbieter für 6 Monate zu speichern, jedoch muss bei der Nutzung dieser Daten grundlegend nachgebessert werden. „Auch wenn das Urteil leider nicht die Vorratsdatenspeicherung generell als verfassungswidrig erklärt, so zeigt es doch noch einmal ganz deutlich, wie fahrlässig in unserer Gesellschaft mit personenbezogenen Daten und Privatsphäre umgegangen wird“, so Maren Butz weiter.
Die Speicherung von personenbezogenen Daten und die Verknüpfung von solchen sind mittlerweile schon fast überall möglich. Die Juso-Hochschulgruppen sehen unter anderem auch gerade in der Verbreitung von multifunktionalen Chipkarten an Hochschulen eine Gefahr, da hier ebenfalls Möglichkeiten gegeben werden Bewegungs- und Verhaltensprofile zu erstellen. Abschließend fordert Butz: „Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, was solche Gesetze für unsere Rechte und unsere individuelle Freiheit bedeuten. Es kann nicht unser Wunsch sein in einer Gesellschaft zu leben, in der jede/r Einzelne von vornherein als potenziell verdächtig gilt.“
Veröffentlicht am 02.03.2010
Juso-Hochschulgruppen kritisieren Zahlentricks
Zu den Ergebnissen des Bildungsgipfels erklärt Jan Krüger vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:
„Im Lichte des aktuellen Bildungsgipfels erscheint sein Vorläufer im Oktober letzten Jahres als riesiger Erfolg. Die heute beschlossene Summe für Bildungsinvestitionen spiegelt bei Weitem nicht den tatsächlichen Bedarf wider, der sich im Bildungsbereich in den vielen Jahren seiner Unterfinanzierung aufgestaut hat. Statt sich an die Investition der vor einem Jahr zugesagten Mittel zu machen, wurde nun durch Rechentricks den Finanzierungsbedarf nach unten korrigiert. Zukunftsweisende Bildungspolitik sieht anders aus!
Die Ressourcen für höhere Bildungsinvestitionen wären allemal vorhanden, wenn man sie nicht für Steuersenkungen verwenden würde. Es wäre angebracht gewesen, dass sich die Bundesregierung mit den Ländern über konkrete Programme zur besseren Ausstattung von Schulen und Kindergärten, zur Verbesserung der Lehrqualität an Hochschulen und zur Schaffung weiterer Studienplätze verständigt.
Letztlich hat der gestrige Gipfel das Bildungssystem keinen Schritt vorangebracht. Die Absichtserklärungen mehr Geld zu investieren sind nicht neu und die entscheidenden Fragen nach dem „Wie“ wurden einmal mehr in eine Arbeitsgruppe verschoben.“
Veröffentlicht am 17.12.2009
Update Artikel des Eichstätter Kuriers zur Podiumsdiskussion
hier!
Die Gesamtschule neu denken – Möglichkeiten und Perspektiven einer nachhaltigen Schulentwicklung
„Würde man verschiedene Berufsgruppen – Ärzte, Architekten, Ingenieure, Lehrer –mit einer Zeitmaschine aus der Vergangenheit ins Jahr 2008 beamen, Lehrern käme ihr Arbeitsplatz am vertrautesten vor.“
Trotz zahlreicher Reformversuche erweist sich das deutsche Schulsystem als resistent gegenüber Veränderungen. Besonders das Konzept der Gesamtschule ist politisch und gesellschaftlich umstritten. Für die einen verkörpert sie Chancengleichheit und Sozialisierung durch Heterogenität. Für die anderen bietet ein gegliedertes Schulsystem die optimalen Vorraussetzungen für die individuelle Entwicklung.
Doch was können wir von einer Gesamtschule erwarten? Wäre sie gar in der Lage unsere Gesellschaft zu verändern? Welche Vorraussetzungen sind für das Gelingen eines Gesamtschulkonzepts erforderlich?
Um diese Fragen zu thematisieren, veranstaltet der Studentische Konvent der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zusammen mit der Juso-Hochschulgruppe Eichstätt am 29.10.2009 eine Podiumsdiskussion mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Praxis.
Gäste
Veronika Kopf
BLLV Eichstätt
Hartmut Malecha
Schulleiter der Volksschule Feuchtwangen-Land
Hans-Ulrich Pfaffmann (SPD), MdL
Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Bayern
Prof. Dr. Wolfgang Schönig
Professor für Schulpädagogik an der Katholischen Universität Eichstätt
Donnerstag, 29.10.2009
ab 19 Uhr
Katholische Universität Eichstätt
Kollegiengebäude, Bau A (Hauptbau), Raum 101
Veröffentlicht am 17.12.2009
„Wir stehen – zusammen mit den Grünen und den Freien Wählern im Landtag – an eurer Seite und werden uns weiterhin für die Abschaffung der Studiengebühren einsetzen. Die SPD unterstützt eure Forderungen, weil sie richtig und überfällig sind“, ruft die Generalsekretärin der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, den etwa 400 Demonstranten auf dem Eichstätter Marktplatz zu. Sie alle sind gekommen, um im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks 2009 für eine bessere Bildung auf die Straße zu gehen und ein Zeichen zu setzen. Es war die größte Demo, die es in der kleinen Universitätsstadt Eichstätt je gegeben hat – und das hat gute Gründe.
In den letzten Jahren gab es viele Veränderungen in der deutschen Hochschullandschaft. Im Zuge der Bologna-Reform begannen die Universitäten damit ihre Studiengänge auf die neuen Bachelor-/Master-Abschlüsse umzustellen. Grundgedanke war die internationale Vergleichbarkeit von Studiengängen und –abschlüssen sowie die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes. Bei der Umsetzung geriet die Ursprungsidee von Bologna jedoch immer mehr in Vergessenheit und andere Themen gewannen an Bedeutung. Die Studierenden sollten nun in möglichst kurzer Zeit ein für den Staat möglichst kostengünstiges Studium absolvieren. Vorbei waren die Zeiten des freien und selbstbestimmten Lernens.
Hinzu kam die Einführung der Studiengebühren, die so kontrovers wie kein anderes Thema in der Hochschulpolitik diskutiert wird. Seit 2007 muss jeder bayerische Student eine Gebühr von 500€ pro Semester an die Universität überweisen. Die wirtschaftliche Lage der Studierenden wird dabei nicht berücksichtigt. Dass sich seit der Einführung immer mehr Abiturienten aus einkommensschwächeren Familien gegen ein Studium entscheiden zeigt, wie sehr höhere Bildung vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Aus diesem Grund überrascht es auch nicht, dass es in keinem SPD-geführten Bundesland eine derartige Gebühr gibt: Sie führt zu sozialer Selektion auf Kosten der Bildungsfreiheit.
Die Studenten, die auf die Straße gingen, um gegen die Missstände im Bildungssystem zu protestieren, gingen deshalb auch aus Solidarität für ihre Mitmenschen auf die Straße, die es sich nicht leisten können, zu studieren. Gerade ein Land wie unseres, welches von Innovationen und Ideen als den Rohstoff des 21. Jahrhunderts lebt, kann es sich nicht leisten, junge Menschen aufgrund ihrer finanziellen Situation systematisch von Bildung fernzuhalten. Deshalb müssen wir als Gesellschaft dafür sorgen, dass die Herkunft zukünftig keine Rolle mehr für die Entwicklung eines Kindes spielt – weder die finanzielle, noch die kulturelle.
Es sind die Jusos und die SPD, die wie keine andere Partei für die Freiheit des Einzelnen, die Gleichheit der Chancen und die Solidarität in der Gesellschaft stehen.
Jan Heiermann
Veröffentlicht am 28.10.2009
Ergebnisse der Hochschulwahlen 2009
Die Hochschulwahlen haben die Jusos in ihrer guten Arbeit bestätigt und gezeigt, dass eine ökologische und soziale Schwerpunktsetzung in den Gremien von den Studierenden auch weiterhin gewünscht wird. Im Gegensatz zu anderen Gruppen, die Bildung immer mehr als bezahlbare Ware sehen, geht es uns um die Chancengleichheit vor und im Studium sowie eine vernünftige Ausgestaltung der Bologna-Reform.
Das Wahlergebnis nach Fachbereichen (anm.: Fakultätsräte sind mit jeweils 4 studentischen Vertretern besetzt):
Senat
Jessica Weppler (Rot-Grün, 54,81%)
Frauenbeautragte
Tanja Müller (Jusos, 63,67%)
Sprach und Literaturwissenschaftliche Fakultät
Christopher Knoll (Jusos)
Ruth Hahner (ghg)
Veronika Kopf (Jusos)
Max Frisch (Jusos)
Rot-Grüne-Liste: 82,39% (4/4 Vertretern)
Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät
Jan Heiermann (Jusos)
Sven Golob (ghg)
Lisa Theobald (Jusos)
Alexander Hoose (RCDS)
Rot-Grüne-Liste: 71,91% (3/4 Vertretern)
Philosophisch-Pädagogische Fakultät
Ludwig Berger (Jusos)
Angelika Cerha (Jusos)
Christoph Becherer (ghg)
Alexander Prölß (RCDS)
Rot-Grüne-Liste: 70,83% (3/4 Vertretern)
Mathematisch-Geographische Fakultät
Andreas Zeh (40,63%, Jusos)
Dennis Ritter (25,11%, Jusos)
Claudi Gunkel (-)
Michael Schmitt (-)
Theologische Fakultät
Hannah Lehner (34,32%, Jusos)
Clemens Mennicken (-)
Sarah Hairbucher (-)
Joachim Braun (-)
Christopher Knoll und Tanja Müller (beide Jusos) sind die neuen Vorsitzenden des studentischen Konvents. Sven Golob (ghg) und Lisa Theobald (Jusos) wurden als Beisitzer gewählt.
Das offizielle Ergebnis gibt es hier noch einmal zum Download
Veröffentlicht am 20.08.2009
Der CDU/CSU-nahe Studierendenverband RCDS überflutet derzeit die
bayerischen Universitäten mit irreführenden Flyern, auf denen die Abschaffung
des Verwaltungskostenbeitrags in Höhe von 50 Euro gefeiert wird. Gleichzeitig
bleiben die vom RCDS weiterhin befürworteten Studiengebühren bestehen.
Der RCDS behauptet, mit der angeblich von ihm initiierten Abschaffung der
Verwaltungsgebühr in Höhe von 50 € pro Semester, eine große Entlastung der
Studierenden erreicht zu haben. Diese Behauptung ist mehr als zynisch, wenn man
bedenkt, dass in Bayern immer noch in der Regel fast 1.000 € Studiengebühren pro Jahr
gezahlt werden müssen, deren Einführung der RCDS stets befürwortet hat Bis heute hat
der Verband kein kritisches Wort über diese nachgewiesenermaßen unsoziale
Campusmaut verloren.
Wir finden es zwar durchaus begrüßenswert, dass der Verwaltungskostenbeitrag
abgeschafft wurde, aber dass der RCDS diesen längst notwendigen Schritt als große
Entlastung der Studierenden verkauft, kann nicht hingenommen werden. Denn erkennt
man an, dass die Studiengebühren tatsächlich eine erhebliche Belastung für die
Studierenden und ihre Eltern darstellen, ist klar, dass die Abschaffung des
Verwaltungskostenbeitrages nur der erste Schritt hin zu einer kompletten Abschaffung
aller Gebühren sein kann.
Gerade angesichts der etwa 18.000 jungen Menschen in Deutschland, die nach einer
aktuellen Studie des Hochschulinformationssystems HIS zuletzt wegen der Existenz von
Studiengebühren kein Hochschulstudium aufgenommen haben, zeigt sich die unsoziale
und abschreckende Wirkung dieser Zwangsabgabe nochmals deutlich.
Hierzu Sprecher Ingo Henneberg: „Wer die Abschaffung der Verwaltungsgebühr als
Entlastung verkauft und gleichzeitig für Studiengebühren auftritt oder diese zumindest
schweigend akzeptiert, verkauft die Studierenden für dumm. Der RCDS geht hier auf
Stimmenfang und interessiert sich nicht im Mindesten für die soziale Dimension der
Studiengebühren!“
Campusgrün Bayern verurteilt aufs Schärfste die lediglich populistischen
Wahlkampfzwecken dienliche Flyer-Kampagne des RCDS und wird sich auch in Zukunft
für die dringend notwendige Abschaffung der Studiengebühren einsetzen. Es sei an
dieser Stelle noch mal auf die äußerst erfolgreichen, bayernweiten Proteste gegen
Studiengebühren vom 13. Mai 2009 verwiesen, die ein klares Signal für freie Bildung
ohne Gebührenabzocke setzten!
Veröffentlicht am 08.06.2009
Zu der politischen Richtungsentscheidung bei der Europawahl am kommenden Sonntag erklärt Florian Hillebrand vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:
Nicht erst seit der Finanzkrise ist klar, dass der seit Jahren praktizierte neoliberale Kurs das falsche politische Konzept für Europa ist. Am 7. Juni gilt es dieser verfehlten marktzentrierten Politik eine klare Absage zu erteilen und die soziale Alternative zu wählen: Ein Europa, das die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt und alle Menschen am sozialen und technischen Fortschritt teilhaben lässt.
Für uns Juso-Hochschulgruppen gehört dazu die europaweite Einführung eines Mindestlohns, der sich am Durchschnittseinkommen eines Landes orientiert, ebenso wie umfassende Rechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auch in der Friedenspolitik muss sich die EU noch deutlich stärker engagieren. Dem menschenunwürdigen Umgang mit Flüchtlingen an den Außengrenzen der EU muss ein Ende gesetzt werden – wir fordern endlich ein Grundrecht auf Migration für alle!
Wir Juso-Hochschulgruppen wollen eine starke und demokratische EU. Dazu gehört für uns auf der politischen Ebene eine Stärkung des europäischen Parlaments, dem einzig demokratisch legitimierten Gremium der EU. Aber wir möchten auch durch den Aufbau einer europaweiten öffentlich-rechtlichen Medienanstalt, die in alle Landessprachen übersetzt wird, europäische Themen direkter an die Menschen bringen, um so eine kritische Öffentlichkeit zu stärken.
Daher unterstützen wir bei der Wahl am 7. Juni Martin Schulz, Evelyne Gebhardt und alle Kandidatinnen und Kandidaten der SPD in ihrem Kampf für ein soziales Europa. Wir fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf mit ihrer Stimme zu einer hohen Wahlbeteiligung beizutragen und damit die politische Ausrichtung Europas für die nächsten fünf Jahre entscheidend mitzugestalten.
Veröffentlicht am 05.06.2009